5 Technologie-Trends in 2015

Technologietrend.jpg

Wie sehen die Trends und Technologien im Non-Profit-Bereich für 2015 aus? Joyce Hsu (Leiterin Communications bei TechSoup Canada) stellt im Folgenden die fünf wichtigsten Technologie-Trends für Non-Profits vor: Wie sie den Non-Profit-Sektor beeinflussen und wie man seine Organisation darauf vorbereiten kann. 

1. Programmierung wird zum Allgemeinwissen

Programmierung war für lange Zeit den Software-Entwicklern und Programmierern vorbehalten. Jetzt wird es immer wichtiger, dass auch normale Mitarbeiter einfache Markup-Sprachen lesen und schreiben können.

Was meinen wir eigentlich mit Markup-Sprachen?

Markup-Sprachen sind maschinenlesbare Sprachen für die Darstellung, Gliederung und Formatierung von Texten und anderen Daten. Wenn man beispielsweise Microsoft Word als Programmierung begreift, dann ist das Tippen und Formatieren eines Word Dokumentes eine Markup-Sprache (z.B. können Sie mit einem Klick auf ein Icon einen Text fett markieren).

Programmiersprachen sind Sprachen zur Formulierung von Befehlen, die von einem Computer ausgeführt und automatisiert werden können. In dem Microsoft Word Beispiel wäre die Programmierung also die Entwicklung des Programms selbst, z.B. wie die Tasten funktionieren. Beispielsweise programmiert man die Taste B so, dass Text beim Klicken der Taste – in Kombination mit der Strg- und Umstell-Taste – automatisch fett wird. Die Programmierung ist immer noch die Aufgabe der Entwickler und Programmierer, das Lesen und Schreiben der Markup-Sprache kann jetzt aber von jedem erlernt werden.

Die bekanntesten Markup-Sprachen sind HTML, CSS und JavaScript.

  • HTML – definiert die Art des Inhalts (z.B. ist es ein Bild oder ein Text?)
  • CSS – definiert das Darstellung (z.B. wie etwas aussieht?)
  • JavaScript – definiert die Dynamik (z.B. ist der Inhalt animiert?)

Man muss kein Programmierer oder Entwickler sein, um diese Markup-Sprachen zu verwenden. Es ist nur wichtig, diese Sprachen zu kennen und mit ihnen umgehen zu können. Zukünftig wird es ganz normal sein, mit diesen Sprachen zu arbeiten wie mit Microsoft Office. Für die Verwendung von bestimmten Programmen, wie CRM oder CMS, wird es immer wichtiger, dass Nutzer Kenntnisse in Markup-Sprachen haben. Außerdem spart es Zeit und Geld, weil man für einfache Änderungen keine Experten oder Berater bezahlen muss, um beispielsweise kaputte Bilder in Ihren E-Mail Kampagnen zu reparieren, Videos einzubetten oder die Schriftgröße auf  Ihrer Website zu verändern.

2. Größeres Interesse an hybriden Cloud-Modellen

Immer mehr Non-Profits werden die Vorteile der Datenspeicherung in der Cloud bewusst wie beispielsweise:

  • Ständige Verfügbarkeit Ihrer Dateien (solange Sie eine Internet-Verbindung haben)
  • Reibungslose Zusammenarbeit in Echtzeit
  • Kein Backup notwendig

Technologietrend

Wenn manche Organisationen jedoch sensible Daten (z.B. medizinische Unterlagen) aufbewahren müssen, ist es nicht ideal, die Cloud zu nutzen. Hier kommt das Hybrid-Modell ins Spiel. Sie können vertrauliche Daten auf einem internen Server speichern und Gesprächsnotizen oder andere nicht vertrauliche Informationen in der Cloud hinterlegen. Damit haben Sie jeweils die Vorteile beider Welten genutzt, ohne Ihre Sicherheitsstandards zu verletzen.

3. Schwerpunkt auf wirklich eigene Medien legen

Als eigene Medien bezeichnen wir Web-Güter bzw. -Inhalte, die Ihre Organisation alleine kontrolliert und die einzigartig für Ihre Organisation sind (z.B. E-Mail Kampagnen, eigene Website). Aber was ist mit Social Media? Für uns und andere kanadische Non-Profits sind Social Media nicht wirklich eigene Medien, weil man nicht kontrollieren kann, welche Daten man sammelt, wie der Inhalt aussieht und welche Daten man exportieren kann. Viele, wenn nicht sogar alle Social Media-Plattformen erlauben eine sehr geringe individuelle Anpassung und Kontrolle.

Echte eigene Medien sind Medien, die Sie gestalten und kontrollieren. Sie kontrollieren, welcher Inhalt erscheint und was am wichtigsten ist, welche Daten gesammelt und gewonnen werden. Daneben gibt es die bezahlten Medien – in diesem Fall bezahlen Sie eine dritte Organisation, Ihre Daten zu bewerben.

In Kanada hat sich durch die Verabschiedung der ‚Canadian Anti-Spam Legislation‘das Spiel verändert. Mit der neuen Gesetzgebung ist es – wie in Deutschland schon seit längerem – schwieriger geworden, Ihre Kontakte anzusprechen, sofern Sie nicht deren ausdrückliche Einwilligung haben. In der Praxis bedeutet dies, dass Ihre Follower im Bereich Soziale Medien Ihnen nur die Einwilligung gegeben haben, sie über diesen Kanal zu kontaktieren. Deshalb können Sie diese Nutzer nicht in eine Direkt-Mail- oder E-Mail-Kampagne überführen, da sie dazu keine Einwilligung gegeben haben.

Außerdem ist man letzten Endes nur Nutzer von Social Media-Plattformen und hat deshalb keine Kontrolle, wenn die Produktentwickler einer Plattform einfach die Regeln ändern. In 2013 beispielsweise änderte Facebook seinen Algorithmus und verringerte dadurch drastisch die Reichweite für viele Organisationen. Wir als Nutzer können daran aber rein gar nichts ändern. Wir können nur unsere Strategie überdenken, wie wir dieses Produkt nutzen. Das sollte uns daran erinnern, dass wir als Nutzer von Sozialen Medien nicht kontrollieren können, wie unser Inhalt dargestellt wird, noch welche Daten gesammelt werden. Wenn Sie Menschen wirklich ansprechen und erreichen wollen, dann müssen Sie das mit Ihren eigenen Medien tun, die Sie effektiver kontrollieren, benutzen  und verstehen können.

4. Verbesserte Daten-Analyse

Das Sammeln von Daten war nie einfacher als heutzutage. Jetzt liegt der Fokus auf der Analyse und Nutzung dieser Daten, um Ihre Kommunikation und Entscheidungsfindung auf eine bessere strategische Grundlage zu stellen. In einer Welt, in der jeder, inklusive Ihrer Spender, ständig mit Informationen überschüttet wird, muss die Non-Profit-Organisation ihre Kommunikation anpassen, um sich von der Masse abzuheben. Das kann sie nur erreichen, wenn sie ihre Zielgruppe kennt, indem sie ihre Daten genau analysiert.

Technologietrend 2

Non-Profits haben heute die Möglichkeit, ihre Daten schnell und zu geringen bis gar keinen Kosten zu untersuchen und zu visualisieren. So zeigen Dashboard-Werkzeuge die Daten in Echtzeit und automatisieren Datenberechnungen. Sie müssen die Ergebnisse nicht mehr manuell zusammentragen und berechnen. Dies erleichtert Ihnen die Entscheidungsfindung. Diese erweiterte Datenanalyse erleichtert außerdem die Evaluierung und Erfolgsmessung eines Programm in Echtzeit – damit können Sie Probleme identifizieren und beheben, bevor das Programm endet und nicht erst nachher.

Zu guter Letzt hilft ihnen der schnelle Zugriff auf die Datenanalyse, bessere und genauere Prognosen für zukünftige Projekte und Initiativen zu treffen.

5. Beacon-Technologie

Die Beacon-Technologie ist ein drahtloses Sensoren-Netzwerk, das man für Überwachung, Ortung und Routenführung nutzen kann. Beacons sind in der Regel kleine portable Geräte, die via Bluetooth Signale an ein Verbindungsgerät senden, wie beispielsweise ein Smartphone oder Tablet.

Die Beacon-Technologie eignet sich hervorragend für Veranstaltungen, da man die Organisation straffen kann und die Veranstaltung persönlicher machen kann. So kann man zum Beispiel Beacons bei einer Gala installieren. Wenn die Teilnehmer dann an den Beacon-Positionen vorbeikommen, erhalten sie aktuelle Informationen auf ihr Smartphone (z.B. die Sitzplatznummer), ohne dass sie einen Mitarbeiter fragen müssen. Dies reduziert den Zeitaufwand für den Teilnehmer und den Veranstalter und gibt mehr Raum für geselligen Austausch.

Man kann die Beacon-Technologie auch dazu nutzen, Eigentum und andere Ressourcen Ihrer Non-Profit-Organisation zu orten. Ihre Organisation stellt beispielsweise Mitarbeitern iPads oder Tablets für die Arbeit zur Verfügung, die leicht gestohlen oder verlegt werden können. Sie können diese Geräte ganz einfach orten, indem Sie einen Beacon an der Eingangstür des Büros installieren und eine Beacon-App auf die iPads/Tablets laden. Dadurch erhalten Sie eine Mitteilung in Echtzeit, wenn das Gerät aus der Einrichtung verschwindet.

* Mit der Wi-Fi Technologie haben Sie zwar den gleichen Effekt, aber Beacons sind billiger, verbrauchen weniger Strom, haben geringere Hardware-Anforderungen und sind auch leichter in der Nutzung. Daher glauben wir, dass sich die Beacon-Technologie bei Non-Profits durchsetzen wird. Der einzige Nachteil ist die geringe Signalreichweite bei Beacons (5-30 Meter), während Wi-Fi eine insgesamt größere Reichweite hat (32-95 Meter).


Copyright © 2015 TechSoup Global. This work is published under a Creative Commons Attribution-NonCommercial-3.0 Unported.