Elf Tipps: Software-Probleme lösen

Elf Tipps: Software-Probleme lösen

Wer kennt das nicht: Software, die zusammenbricht, oder Fehlernachrichten, die auf dem Bildschirm erscheinen und die Arbeit Ihrer Non-Profit-Organisation zum Erliegen bringen. Wenn das passiert, ist es verlockend, sich technische Unterstützung zu holen. Aber bevor Sie dies tun, gibt es einige grundlegende Schritte, mit denen Sie selbständig Software-Probleme lösen können. Falls dies nicht gelingt, kommen Sie zumindest dem Grund näher, warum die Software Probleme bereitet.

In diesem Beitrag hat unser US-Partner TechSoup Global die Schritte zusammengefasst, die Sie selbst durchführen können, bevor Sie sich professionelle Hilfe holen. Probieren Sie diese fehlerbeseitigenden Tipps in der aufgeführten Reihenfolge einfach das nächste Mal aus, wenn bei Ihrer Software Probleme auftreten. Wichtig: Dokumentieren Sie die Schritte genauestens. Denn falls Sie doch einen Fachmann brauchen, können Sie ihm schon mal mitteilen, welche Gründe für das Problem ausgeschlossen werden können.

1. Machen Sie RAM verfügbar, in dem Sie andere geöffnete Programme schließen

Jede Software benutzt Random Access Memory (RAM), den so genannten Arbeitsspeicher. Je mehr Software auf Ihrem Computer läuft, desto mehr RAM wird benutzt. Dies kann besonders problematisch sein, wenn Sie ältere Rechner verwenden, die nicht viel RAM haben. Wenn ein Software-Programm sich nicht öffnen lässt oder nur langsam läuft, müssen Sie als erstes alle anderen Anwendungen schließen.

Um herauszufinden, welche der geöffneten Anwendungen den Arbeitsspeicher in Beschlag nehmen, haben beide Betriebssysteme von Windows und Macintosh Instrumente, um diese Information anzuzeigen.

  • Wenn Sie Windows benutzen, drücken Sie Strg+Alt+Entf und gehen dann auf „Task-Manager starten“. In dem sich neu öffnenden Fenster gehen Sie auf „Prozesse“ und klicken dann auf Arbeitsspeicher in der oberen Zeile. Dies sortiert alle geöffneten Prozesse nach der Menge an benötigtem RAM. Sie können einen Prozess, der sehr viel RAM benötigt, beenden, in dem Sie auf „Prozess beenden“ klicken. Bevor Sie dies tun, sollten Sie sich aber den Prozess genau anschauen, um sicherzustellen, dass Sie nicht aus Versehen einen wichtigen Prozess beenden.
  • Wenn Sie einen Mac benutzen, verwenden Sie den Aktivitäten-Monitor. Sie öffnen den Aktivitäten-Monitor, indem Sie auf Anwendungen und dann auf Utilities gehen. Wenn Sie den Aktivitäten-Monitor geöffnet haben, können Sie die Programme nach der Menge an verwendetem RAM sortieren, indem Sie auf „Real Memory“ klicken.

2. Starten Sie die Software neu

Software-Probleme können auf einen Konflikt mit anderen Programmen oder Schwierigkeiten beim Starten zurückzuführen sein. Manchmal hilft es, wenn man das Programm beendet und erneut startet.

3. Fahren Sie Ihren Computer herunter und starten ihn neu

Wenn das Neustarten des Programmes das Problem nicht gelöst hat, versuchen Sie den Computer, neu zu starten. Sobald der Computer wieder komplett hochgefahren ist, öffnen Sie die betroffene Anwendung und schauen, ob das Problem gelöst ist.

4. Benutzen Sie das Internet, um Hilfe zu finden

Egal welche Software-Probleme Sie haben, ist es gut möglich, dass jemand anders schon mal das gleiche Problem hatte. Die Chance ist groß, dass sie Hilfe im Internet finden. So können Sie ihre Recherche beginnen:

  • Suchen Sie nach Antworten: Geben Sie in Ihre Suchmaschine den Namen und die Version der Software ein sowie das Problem, das Sie haben. Geben Sie auch an, unter welchen Umständen das Problem auftritt. Wenn Sie eine bestimmte Fehlerbenachrichtigung bekommen, geben sie deren exakten Text und den Namen der Anwendung ein.
  • Schauen Sie auf der Internetseite des Herstellers nach: Die meisten Software-Hersteller bieten verschiedene Arten von Produkthilfe an, wie Antworten auf häufig gestellte Fragen, Produktdokumentationen oder Benutzer-Foren.
  • Schauen Sie auf anderen Webseiten nach: Der Artikel „Learning About Technology Online“ von TechSoup nennt einige Internetseiten, die Tutorials, Artikel und Diskussionsforen anbieten.

5. Machen Sie kürzlich getätigte Hardware- und Software-Veränderungen rückgängig

Veränderungen der Hardware und Software können manchmal der Grund für Probleme sein:

  • Konflikte mit anderer Software: Kürzlich installierte Software kann einen Konflikt mit einer anderen Software auslösen. Zum Beispiel: Symantec Norton Antivirus kann mit anderen Antivirus-Programmen in Konflikt geraten. Wenn Sie kürzlich ein anderes Antivirus-Programm installiert haben und Norton Antivirus nicht mehr richtig funktioniert, kann das Deinstallieren der anderen Antivirus-Software das Problem lösen.
  • Veränderungen in den Computer-Einstellungen: Machen Sie jegliche kürzlich getätigten Änderungen in den Computer-Einstellungen rückgängig und versuchen Sie, die Software neu zu starten. Zum Beispiel: In der Windows Systemsteuerung gibt es die Option „Funktionen aktivieren oder deaktivieren“. Hier können Sie bestimmte Anwendungen deaktivieren. Wenn Sie nun aus Versehen ein Programm deaktiviert haben. kann es sein, dass das Programm nicht richtig läuft.
  • Konflikte mit neuer oder nicht richtig konfigurierter Hardware, wie zum Beispiel Scanner und Drucker: Wenn sie kürzlich neue Hardware an Ihren Computer angeschlossen haben, versuchen Sie, die Hardware zu entfernen und schauen Sie, ob das das Problem löst.

6. Deinstallieren Sie die Software, dann installieren Sie sie wieder

Manchmal entstehen Software-Probleme, weil wichtige Anwendungsdateien entfernt, erneuert oder gelöscht wurden. Viele Windows-Anwendungen benutzen zum Beispiel Dynamic Link Library (DLL) Dateien, um grundlegende Aufgaben durchzuführen. Oft benutzen mehrere Anwendungen dieselben DLL-Dateien. Wenn Sie kürzlich ein Programm von Ihrem Computer entfernt haben, ist es möglich, dass Sie DLL-Dateien entfernt haben, auf die ein anderes Programm angewiesen ist. Anwendungen, die auf diese DLL-Dateien angewiesen sind, werden möglicherweise instabil oder hören komplett auf zu funktionieren.

Um sicherzustellen, dass alle notwendigen Dateien intakt sind, können Sie die problematische Software komplett entfernen und dann wieder installieren. Auch wenn Sie ein Programm mit der eingebauten Deinstallier-Funktion entfernen, ist es dennoch eine gute Idee, den Ordner „Programme“ auf der Festplatte des Computers nach möglichen Rückständen zu überprüfen und diese dann zu löschen.

Bevor Sie das Programm erneut installieren, schauen Sie nach, ob es ein Update für das Programm gibt. Es könnte eine neue Version geben, bei der das aufgetretene Problem behoben ist.

7. Schauen Sie nach Korrekturprogrammen

Software-Hersteller beseitigen manchmal Probleme in dem Sie Korrekturprogramme (kleine Software-Updates, die bekannte Probleme beheben) zur Verfügung stellen. Auch wenn Sie die neueste Version der Software benutzen, könnte es ein noch neueres Korrekturprogramm für die Version geben.

8. Suchen Sie den Computer nach Viren und Malware ab

Viren, Spionagesoftware und andere Formen von Malware, also schädliche Software, können der Grund sein, dass die Software hängen bleibt, zusammenbricht oder ganz aufhört zu funktionieren.

Wenn die Tipps 1 bis 8 nicht geholfen haben, um Ihr Problem zu lösen, sollten Sie den Computer mit Antiviren-Scanner und Anti-Schad-Programmen absuchen, um Viren und Malware zu finden und sie zu entfernen. Benutzen sie die genaueste Scanmethode und starten Sie den Computer neu, wenn Viren oder Schadprogramme gefunden wurden.

9. Untersuchen Sie den Computer nach einem Firewall-Konflikt

Einige Organisationen entscheiden sich, persönliche Firewall-Software auf jedem Computer zu installieren, anstatt einer zentralen Hardware- oder Software-basierten Firewall. Persönliche Firewalls können eine wichtige Methode sein, um Hacker und andere Angriffe auf Ihren Computer abzuwehren, aber sie können auch Software-Konflikte hervorrufen.

Firewalls stellen regelmäßig Fragen, ob Sie einem Programm den Zugang zu Ihrem Computer gewähren möchten oder nicht. Deshalb ist es möglich, eine persönliche Firewall aus Versehen so einzustellen, dass sie einem Programm den Zugang zum Computer nicht gewährt. Schauen Sie in den Einstellungen der Firewall nach, ob das problematische Programm auf der Liste der Programme ist, die keinen Zugang zum Computer haben dürfen. Wenn dies der Fall ist, ändern Sie die Einstellungen der Firewall, um dem Programm Zugang zum Computer zu gewähren, und schauen Sie, ob das Problem immer noch auftritt.

10. Starten Sie den Computer im Sicherheitsmodus neu

Einige Software-Probleme können aufgrund der Einstellungen des Betriebssystems oder anderer Software hervorgerufen werden. Die Betriebssysteme von Windows und Mac bieten ein Programm zur Problemlösung, den Sicherheitsmodus. Der Sicherheitsmodus blockiert unwichtige Anwendungen und Prozesse, was es meist einfacher macht, Probleme zu isolieren.

Die meisten Windows-Computer öffnen den Sicherheitsmodus, indem man beim Hochfahren des Computers F8 drückt. Bei einem Mac müssen Sie beim Hochfahren des Computers die Umschalttaste drücken, um in den Sicherheitsmodus zu gelangen.

Sobald Ihr Computer im Sicherheitsmodus ist, öffnen Sie die problematische Software und versuchen Sie das zu behandelnde Problem hervorzurufen. Wenn das Problem im Sicherheitsmodus nicht auftritt, gibt es eine große Chance, dass das Problem von Ihrem Betriebssystem oder einem anderen Programm ausging, aber nicht von der Anwendung an sich.

11. Defragmentieren Sie Ihre Festplatte

Als letzten problemlösenden Schritt können Sie Ihre Festplatte defragmentieren. Eine Defragmentierung stellt die Struktur der Dateien auf der Festplatte um, sodass das System effizienter laufen kann. Dies ist wahrscheinlich am hilfreichsten, wenn sich Ihr kompletter Computer träge verhält. Denn eine Defragmentierung trägt dazu bei, dass das System schneller läuft. Eine Defragmentierung betrifft hauptsächlich Windows-Computer.

Ab XP hat Windows ein eingebautes Festplatten-Defragmentierungs-Werkzeug. Um es zu starten, gehen Sie auf Start > Alle Programme > Zubehör > Systemprogramme > Defragmentierung. Die Defragmentierung der Festplatte kann lange dauern. Führen Sie daher eine Defragmentierung nur durch, wenn Sie den Computer für mehrere Stunden nicht brauchen.

Fazit

Wenn die obigen Tipps Ihr Software-Problem nicht gelöst haben, ist es wahrscheinlich an der Zeit, einen Fachmann zu beauftragen. Aber immerhin sind Sie in der Lage, das Problem einzuschränken, indem Sie die problemlösenden Maßnahmen, die Sie durchgeführt haben, erläutern können.