Grafikdesign: 4 Dinge, die Nicht-Designer wissen sollten

Copright: Meggan Frost

Die Zukunft ist eine visuelle. Heutzutage teilen Menschen oft Bilder, die eine Fülle von differenzierten Informationen kommunizieren (anstatt auf Wörter angewiesen zu sein), wobei Bildkompetenz (Visual Literacy) zu einer Voraussetzung wird. Wie können wir angesichts dieser neuen Realität mit unseren Förderern kommunizieren und sie einbinden?

Meggan Frost, Bibliothekarin für öffentliche Dienste am Paul Smiths College im Upstate New York, hielt für die Bibliothekskommission von Nebraska kürzlich eine Präsentation über Grafikdesign. Sie erklärte darin, dass wir einem Bild mehr Beachtung schenken, wenn es gut gestaltet ist.
Daraufhin zeigte Meggan vier Grundlagen des Grafikdesigns auf, mit denen wir Materialien gestalten können, um unsere Förderer einzubinden. Außerdem wies sie auf drei nützliche Schnellverfahren und einige zusätzliche Informationen hin, wie man weitere Inspiration findet.
Hier sind Meggans Tipps über die vier Grundlagen des Grafikdesigns.


Copyright: Meggan Frost  

 1. Layout: Stellen Sie gute Fragen zu Ihrem Design

Wenn Sie Ihr Layout entwickeln, stellen Sie sich die folgenden Fragen:

  • Was soll es bezwecken?
  • Welche Einschränkungen habe ich?
  • Wie organisiere ich die Informationen? (Wie ist die Hierarchie?)
  • Was ist am wichtigsten?
  • Wie stelle ich Wichtigkeit dar? Mit Farbe, Textur, Platzierung oder Größe?
  • Macht der Ablauf Sinn?
  • Ist es eindeutig?
  • Was wird nicht gebraucht?

Da es wirklich lähmend sein kann, auf einen Computerbildschirm zu starren, könnten Sie versuchen, zunächst eine grobe Zeichnung auf Papier zu machen, wie die Elemente platziert werden könnten. Dann gehen Sie an den Computer und geben sie den Entwurf ein. Drucken Sie diesen aus und gehen Sie einen Schritt zurück. Stellen Sie sich erneut die Fragen.

Machen Sie Verbesserungen und wiederholen Sie diesen Schritt, wenn nötig. Das obige Bild zeigt ein Beispiel davon, wie Meggan ein Newsletter-Layout überarbeitet: Auf der linken Seite ist ihr erster Versuch, auf der rechten das Endprodukt.


2. Farbe: Wie man herausfindet, welche Farbe man auswählen soll

Eine Farbpalette kann natürlich, dezent und beruhigend sein oder leuchtend, lebendig und anregend. Meggan empfiehlt, nicht mehr als drei Farben plus Schwarz und Weiß auszuwählen: Eine begrenzte Farbpalette macht mehr Eindruck in Ihrem Design.
Hier finden Sie einige großartige, kostenlose Tools, die Ihnen mit Farben helfen.

  • Ein Browser-Add-on namens ColorZilla — Benutzen Sie dieses, um Farben mit Hilfe eines Pipette-Werkzeugs auf einer für Sie interessanten Webseite aufzunehmen. 
  • DeGraeve — Geben Sie die URL eines Bilds ein und DeGraeve zeigt Ihnen eine Farbpalette (in zwei Versionen: matt und leuchtend).
  • Design Seeds — Benutzen Sie diese Website zur Inspiration. Sie zeigt Ihnen viele Auswahlmöglichkeiten für ein Bild und eine passende Farbpalette.

3. Bilder: Wo man gute findet

Meggans Lieblingsseiten, um kostenlose Bilder zu bekommen, sind unter anderem:

  • Flickr — Beinhaltet viele gute Vintage-Fotos. Suchen Sie nach Bildern mit Creative Commons Lizenz.
  • Google — Benutzen Sie den Filter. Dadurch können Sie nach Lizenzart suchen, um Bilder zu finden, die Sie benutzen dürfen.
  • Morgue File.
  • Pixabay — Beinhaltet Vektorbilder, deren Größe ohne Qualitätseinbußen verändert werden können. Nutzen Sie diejenigen mit transparenten Hintergründen (Das sind die, die mit einem Schachbrettmuster angezeigt werden).
  • The Noun Project — Benutzen Sie diese Seite, um viele abwechslungsreiche Symbole zu finden, die Sie Fotos oder Designs hinzufügen können.

Weitere Informationen dazu finden Sie auch im Fachartikel „Quellen für lizenzfreie Bilder“.

4. Schriftarten: Tipps und Tools

Und nochmal, weniger ist mehr! Meggan empfiehlt, dass Sie zwei oder höchstens drei Schriftarten benutzen, die nachweislich voneinander abweichen. Hier sind einige der Tools, die sie gerne für Schriftarten nutzt:

  • 1001 Fonts — Sie können Ihren Text mit der Schriftart vorab anschauen, bevor Sie sie herunterladen, was Ihnen Zeit spart und Frust vermeidet.
  • DaFont — Hier gibt es viele Schriftarten, die Sie benutzen können, um  Ihrem Design-Dinge, wie raffinierte Wirbel oder geschwungene Pfeile, hinzuzufügen.
  • Typewolf — In der Rubrik „In the Wild“ gibt es Beispiele von Schriftarten. Dort kann man herausfinden, wie die Schriftarten heißen. Außerdem zeigt Ihnen Typewolf, wie man Schriftarten mischen und abgleichen kann.

3 Schnelle Design-Verfahren

Zu den vier genannten Grundlagen des Grafikdesigns hat Meggan auch drei großartige Schnellverfahren aufgeführt (Tools, die Sie benutzen können, um die Qualität Ihres Designs zu erhöhen). Diese sind:

  1. PicMonkey — Ein sehr ausgereiftes Bildbearbeitungsprogramm, das Sie nutzen können, um Kollagen zu erstellen oder Bilder anzupassen. Es beinhaltet auch Motive, die Sie einsetzen können, um ein Bild von sich selbst zu machen, wo Sie wie ein Vampir oder ein Zombie aussehen.
  2. Canva — Eine Design-Website, die alle Arten von Vorlagen bietet, zum Beispiel eine Präsentationsvorlage. Circa die Hälfte der Vorlagen sind kostenlos, aber Meggan ist immer mit den kostenlosen Vorlagen zufrieden.
  3. Infografik-Generatoren — Meggan mag Easel.ly und Piktochart.

Quellen der Inspiration

Woher kommen Ihre Ideen? Viele Künstler behalten gerne eine Sammlung an Konzepten oder Designs, die sie gerne mögen, so dass sie diese später als eine Quelle der Inspiration nutzen können. Es ist eine althergebrachte Tradition, ein Muster als Ausgangspunkt zu nehmen und es dann zu verändern, um etwas Neues oder Ähnliches, aber Anderes, zu erschaffen.

Meggan nimmt sich auch gerne etwas Zeit, um Dinge aufzuheben, von denen sie denkt, dass sie ein gutes Design haben. Sie speichert sie auf Pinterest - ein weiterer guter Ort, um Farbkombinationen oder -paletten zu suchen, selbst wenn Sie dort keinen eigenen Account haben.
Sie empfiehlt auch den Blog Librarian Design Share für Ideen im Bereich Kommunikation. Ihre Lieblingsorte, um sich über Design zu informieren, sind unter anderem:

  • Lynda.com — Diese Website bietet Sonderkonditionen für Non-Profit-Organisationen an.
  • Canva —Hat eine kostenlose Designschulen-Website und einen Blog.
  • Creative Live und Skillshare — Sie sind nicht kostenlos, aber es gibt immer wieder Sonderangebote.

Autorin: Laura Kindsvater
Bilder: Meggan Frost