Computersicherheit

Computersicherheit
E-Mails checken, im Web surfen, Dateien downloaden und vieles mehr: All das machen wir im Internet. Aber viele dieser Dinge können eine Gefahr für die Sicherheit Ihres Computers darstellen und das Internet zu einem gefährlichen Ort machen. In diesem Beitrag zeigt unser Partner TechSoup Global, welche Gefahren lauern und wie Sie Ihre Organisation davor schützen können.

Wenn Ihre Non-Profit-Organisation oder Bücherei keine Mittel hat, um sich vor schädlichen Programmen zu schützen, kann das Internet ein großes Risiko für Sie darstellen. Bedenken Sie diese Fakten aus den vergangenen Jahren:

  • Symantec hat 2010 mehr als 3 Milliarden Angriffe auf Computer festgestellt
  • McAfee sagt, dass die ersten vier Monate in 2011 der Zeitraum war, in dem Computer am meisten schädlicher Software ausgesetzt waren

Warum passiert das so oft? Persönliche Informationen, Bank- und Kreditdetails sowie geistiges Eigentum zu stehlen und zu verkaufen, sind ein äußerst lukratives Geschäft. Außerdem kann schädliche Software, sogenannte Malware, Ihren Computer in Beschlag nehmen, um Spam-Nachrichten zu versenden, Werbung anzuzeigen, gefälschte E-Mails zu verschicken oder andere illegale Aktivitäten durchzuführen.

Methoden, um Computer mit schädlicher Software zu infizieren, sind oft recht raffiniert. Diese Software kann sich durch legitim aussehende Daten, Links oder Websites verbreiten. Kriminelle können sich auch günstige „Attack Toolkits“ kaufen, die Computerkriminalität einfach und günstig machen.

Für Non-Profit-Organisationen und Büchereien ist es wichtig, diese Gefahren zu verstehen und zu lernen, wie man sich davor schützen kann. Dieser Artikel gibt einen Überblick über schädliche Bedrohungen und gibt Empfehlungen, wie Sie sich vor Angriffen schützen können, in dem man Antiviren-Programme und Anti-Spionage-Programme benutzt. Der Beitrag zeigt Ihnen außerdem die Schritte, die Sie unternehmen sollten, wenn Sie glauben, dass Ihr Computer infiziert ist.

Was sind schädliche Programme?


Schädliche Programme sind Viren, Spionage-Software, Werbungs-Software und andere Software, die ohne das Zustimmen des Benutzers installiert wird.

Schädliche Programme können über verschiedene Wege in Ihr System gelangen. Einige davon sind:

  • Phishing: Der Begriff ist ein englisches Kunstwort, das sich an „password fishing“ anlehnt, also das „Angeln nach Passwörtern mit Ködern“. Kriminelle versuchen über gefälschte Webseiten, E-Mails oder Kurznachrichten an Daten eines Internet-Benutzers zu gelangen, um damit Identitätsdiebstahl zu begehen und beispielsweise das Bankkonto zu plündern.
  • Infizierte E-Mail-Anhänge, USB-Sticks und andere Speichermedien
  • Heruntergeladene Software und Apps für Smartphones, die zum Teil gefälscht werden
  • Links in E-Mails, Social Media, Internetseiten oder Kurznachrichten

Einige Kategorien von schädlicher Software sind:

  • Viren sind eine Art von selbst replizierender Software, die Ihr System verlangsamen oder lahmlegen können, wobei sie jegliche Daten zerstören.
  • Spionage-Software ist eine Software, die die Aktivitäten des Benutzers ausspioniert, um an Passwörter, Online-Banking-Informationen und andere persönliche Daten zu gelangen. Ein sogenannter „Keylogger“ speichert, was Sie auf der Tastatur eingeben und sendet diese Informationen an einen Cyber-Dieb.
  • „Scareware“ gibt vor, eine legitime Antivirus- oder Anti-Spionagesoftware zu sein und behauptet, dass der Computer infiziert ist. Dann fordert die Software den Benutzer auf, ein gefälschtes Sicherheitsprogramm herunterzuladen (und oft auch dafür zu bezahlen). Die heruntergeladene Software ist in den meisten Fällen Spionagesoftware.
  • „Botnets“ (von „Robot“) sind Netzwerke von infizierten Computern, die für illegale Aktivitäten, wie zum Beispiel das Senden von Spam-Nachrichten, benutzt werden. Betreiber illegaler Botnetze installieren die Bots ohne Wissen der Inhaber auf Computern und nutzen sie für ihre Zwecke, bspw. für „Phishing-E-Mails“.

Welche Organisationen müssen sich über schädliche Software Sorgen machen?


Möglicherweise denken Sie darüber nach, ob sich Ihre Non-Profit-Organisation oder Bücherei über schädliche Programme Sorgen machen sollte. Die Antwort ist: Ja! Nicht nur große Unternehmen oder Regierungsorganisationen müssen sich selber schützen. Jede Organisation jeder Größe kann ein Opfer von Schadprogrammen sein.

Denken Sie darüber nach: Ihre Wähler, ehrenamtlichen Mitarbeiter und Spender vertrauen Ihnen ihre persönlichen Daten an. Wenn Sie keine Sicherheitsvorkehrungen treffen, kann es sein, dass diese Information nicht sicher ist. Verstöße des Datenschutzes können Konsequenzen mit dem Gesetz und Ihren Finanzen nach sich ziehen.

Wie funktionieren Anti-Virus und Anti-Spionage Programme?


Anti-Virus und Anti-Spionage-Software suchen Ihren Computer nach möglichen Bedrohungen ab. Sie können verdächtige Programme isolieren, bevor sie Ihr System beschädigen. In den meisten Fällen benachrichtigt das Programm den Nutzer, wenn es eine verdächtige Datei oder eine verdächtige Software gefunden hat. Sie können das verdächtige Material dann löschen.

Die meiste Anti-Virus und Anti-Spionage-Software kann schädliche Programme basierend auf einer Liste von bekannten Gefahren, die „Definitions“ genannt werden, identifizieren. Die „Definitions“ werden aktualisiert, wenn neue Gefahren auftauchen, und Sie können diese Updates meist automatisch herunterladen. Die neuesten „Definitions“ ermöglichen es dem Anti-Virus-Programm, neue Gefahren zu erkennen und zu stoppen. Manche Anti-Virus und Anti-Spionage-Software kann außerdem „Schadprogramm-ähnliche“ Programme erkennen, um Angriffe von neuen unbekannten Schadprogrammen vorzubeugen.

Wie kann man mit Anti-Virus und Anti-Spionage-Software vorbeugen?


Mehr Anti-Virus und Anti-Spionage-Software ist nicht unbedingt besser. Sie brauchen nicht viele davon, sondern nur wenige gute. Denn wenn Sie zu viele dieser Programme installieren, kann dies Ihren Computer verlangsamen.

Wir empfehlen, jeden Computer Ihrer Organisation mit einem umfassenden Anti-Viren-Programm und einem separaten Anti-Spionage-Programm auszustatten. Die Programme, die Sie sich aussuchen, werden teilweise von der Größe Ihrer Organisation abhängen:

  • Sehr kleine Organisationen mit nur wenigen Computern: Installieren Sie eine individuelle Anti-Virus-und Anti-Spionage-Software auf jedem Computer.
  • Organisationen mit 10 bis 20 Computern: Denken Sie darüber, nach ob Sie eine „Security Suite“ benutzen möchten. Diese ermöglicht es Ihnen, die Software zentral zu verwalten, anstatt sich um jeden Computer einzeln kümmern zu müssen
  • Organisationen mit mehr als 20 Computern: Denken Sie über Unternehmensprogramme nach. Diese ermöglichen auch eine zentrale Verwaltung von Updates und anderen Aufgaben. Sie stellen außerdem Sicherheitsinstrumente für größere Unternehmen zur Verfügung.

Empfohlene Anti-Virus- und Anti-Spionage-Software


Es gibt viele günstige oder kostenlose Optionen:

  • Norton Internet Security 2011 ist eine beliebte Anti-Virus und Anti-Spionage Software, die es auch als IT- Spende auf Stifter-helfen.de gibt.
  • Microsoft Security Essentials ist ein Sicherheitsprogramm für Windows-Benutzer, das umsonst von Microsoft heruntergeladen werden kann. Es ist eher für kleine Organisationen zu empfehlen.

Ein separates Anti-Spionage-Programm schützt gegen breiter gefächerte Gefahren. Jeder Hersteller hat seine eigene Gefahrenliste und keine Liste ist komplett. Wie bei jeder Entscheidung über neue Software sollten Sie vorher recherchieren.

Was ist zu tun, wenn Ihr Computer eventuell infiziert ist?


Es gibt keinen 100-prozentigen Weg, um Schadprogramme aus Ihrem System fernzuhalten. Anti-Virus- und Anti-Spionage-Programme zu installieren, ist ein guter Start. Aber wie sieht es aus, wenn diese Programme scheitern? Und was können Sie dagegen machen?

Dies sind mögliche Indikatoren für eine Infizierung:

  • Viele „Pop-up“-Fenster oder unerwartete Nachrichten auf dem Bildschirm
  • Unerwartete Toolbars erscheinen in Ihrem Browser
  • Neue Icons oder Programme erscheinen auf Ihrem Computer
  • Die Startseite Ihres Browsers ändert sich und Sie werden unerwartet auf andere Webseiten weitergeleitet
  • Ihr Computer scheint auf einmal langsamer zu sein, bleibt hängen oder stürzt bei einfachen Aufgaben ab

Wenn Sie eine Infizierung vermuten, sollten Sie:

  • Die neuesten „Definitions“ – also Updates – für Ihre Sicherheitsprogramme herunterladen
  • Einen kompletten Scan des Anti-Viren- und Anti-Spionage-Programms auf Ihrem Computer starten
  • Den Anweisungen der Programme folgen, um schädliche Software zu löschen
  • Ihren Computer neustarten, falls nötig

Wenn das Löschen der schädlichen Programme auf diese Weise nicht funktioniert oder wenn die problematischen Programme wiederkehren, wenn Sie Ihren Computer neustarten, sollten Sie professionelle Hilfe zu Rate ziehen.

Fazit


Keine Organisation kann ohne Sicherheitsprogramme arbeiten. Es gibt immer wieder neue Gefahren. Deshalb sollten Sie immer die aktuellen Versionen der Sicherheitsprogramme herunterladen. Obwohl es keine Garantie gegen schädliche Software gibt, können Sicherheitsprogramme eine große Hilfe sein, um Ihren Computer vor Gefahren zu schützen.



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